Dorferneuerung in Ramsenthal    (siehe unten "Besprechung")

Ramsenthal bietet dem Durchfahrenden von wenigen Ausnahmen abgesehen einen Anblick als tristes Straßendorf. Dass in den Nebenstraßen teils sehr schöne Anwesen und Gärten vorhanden sind, erschließt sich ihm nicht. Gerade wegen des Wesens als Straßendorf ist die Hauptstraße das Zentrum des Ortes. Den Eindruck des Ortes zu verbessern, ist das Anliegen vieler Einwohner.

Die „Dorferneuerung“ (DE) ist eine staatlich geförderte Maßnahme, die vom Amt für ländliche Entwicklung (ALE) durchgeführt wird. Sie wird bezuschusst und umfasst Problemlösungen und stärkere Verbesserungen an bestehenden Dingen in Ortschaften, wie z.B. im Straßendorf Ramsenthal die Verkehrsbelastung. Im Gegensatz dazu sind mit solchen Verbesserungen nicht in Zusammenhang stehende größere oder auch kleinere Maßnahmen der Dorfverschönerung oder der Renovierung vorhandener Anlagen allein nicht förderfähig, unabhängig davon, ob sie durch die Gemeinde oder auch durch Bürger durchgeführt werden. So sind z.B. Änderungen an der bestehenden Beleuchtung nicht förderfähig.

Aus diesen Gründen wurde von der Gemeinde aufgrund eines Gemeinderatsbeschlusses, der auf die Ramsenthaler Einwohner zurück geht, ein Antrag auf DE gestellt. Weil die Wartezeiten bei der „kleinen DE“ deutlich geringer sind als bei der „großen DE“ und auch weil weniger Formalien zu beachten sind, wurde die kleine Variante beantragt. Sie umfasst allerdings im Wesentlichen nur die Hauptstraße mit dem daran angrenzenden Bereich der Nebenstraßen.

Im Umfang der kleinen Dorferneuerung ist jedoch die (Staat-)Straße selbst nicht enthalten. Neben einer Neugestaltung der Gehwege in Zusammenhang mit grundlegenden Verbesserungen würden auch Umgestaltungen an öffentlichen und privaten Flächen „hinter“ den Gehsteigen bezuschusst, wenn sie in räumlichem Zusammenhang miteinander stehen. Das zuständige ALE in Bamberg ist grundsätzlich bemüht, den Antrag in die Tat umzusetzen. Mittel sind ebenfalls ausreichend vorhanden. Voraussetzung ist allerdings, dass mit der Gesamtmaßnahme wie erwähnt insgesamt wesentliche Verbesserungen erreicht werden.

Die Obergrenze für Zuschüsse beträgt insgesamt  250.000 € für gemeindlichen Maßnahmen. Private Aktivitäten sind in dieser Obergrenze nicht enthalten und kommen betragsmäßig nicht begrenzt hinzu. Die Höhe des Zuschusses ist unterschiedlich. Sie ist von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich und beträgt bei öffentlichen Flächen zur Zeit in Bindlach (Febr.2013) 25% und bei privaten Maßnahmen ca. 10 bis 15%. Dabei sind die Fördersätze veränderlich und hängen von der Finanzkraft der jeweiligen Gemeinde ab. Die Zuschussätze sind abgestuft wobei der nächst niedrige Zuschussatz null beträgt.

Im Rahmen der Dorferneuerung wäre es mehr als wünschenswert, wenn gleichzeitig das staatliche Bauamt von der Gemeinde mit der Bitte um zeitgleichen oder zeitnahen Bau von verkehrsberuhigenden Maßnahmen angegangen würde. Dabei kann an den Bau von schmalen Inseln in der Straße an beiden Ortseingängen wie z.B. im Nachbarort Pechgraben gedacht werden. Sie sind anderswo auch an Staatstraßen vorhanden. Eine einfachere Maßnahme, die allerdings erst in einigen Jahren wirkt, wäre ein sog. „Baumtor“, bei dem an beiden Seiten der Straße auf gleicher Höhe Bäume gepflanzt werden, die den Luftraum einengen und den Autofahrer beeinflussen, die die Geschwindigkeit zu drosseln.

Sollte das staatliche Bauamt bereit sein, an beiden Ortseingängen verkehrsberuhigende Maßnahmen durchzuführen, könnte dies eine wesentliche Verbesserung in Bezug auf Geschwindigkeitsreduzierung sein. Dadurch könnten dann auch innerorts andere verbessernde Maßnahmen in die DE einbezogen werden wie z.B. begrünende Maßnahmen und Renovierungs- / Umgestaltungsarbeiten im Bereich der Hauptstraße. Einige Flächen entlang der Hauptstraße sind im Gemeindeeigentum, wo diese selbst Veränderungen vornehmen kann, die dann zusammen über einen Gehsteigbelag hinaus reichen. Aber auch die Anwohner sind in der Pflicht, wobei sie für Maßnahmen an privaten Anwesen ebenfalls Zuschüsse bekommen können (siehe oben)..

Sollten diese Kriterien nicht erfüllt sein und die Maßnahme im wesentlichen auf die Erneuerung des Gehsteiges beschränkt bleiben, wäre dies allein Sache der Gemeinde und von dieser allein zu finanzieren. Die DE würde dann nicht greifen.

Wir hoffen, dass alle Anwohner gemeinsam dafür einstehen oder zumindest das Vorhaben nicht behindern, so dass die Maßnahme letztlich doch in den nächsten Jahren durchgeführt werden kann.

Besprechung am 28.02.13

 
©:  MF, R.thal, H.grund