Von Alkmene bis Zabergäu

Kaiser Wilhelm, Minister Dr. Lucio, Minister Hammerstein und Andere waren am 09. und 10. Oktober vor Ort im Feuerwehrhaus Ramsenthal, doch sie gaben keine Autogramme. Die genannten Apfel- und Birnensorten sowie viele andere waren bei der Kreisobstausstellung, die vom Gartenbauverein Ramsenthal durchgeführt wurde, zu sehen. Insgesamt waren trotz eines Jahres mit eher mäßiger Obsternte 91 Apfelsorten, 14 Birnensorten, 5 Sorten von Tafeltrauben, 3 verschiedene Pfirsiche, 3 unterschiedliche Quitten, 1 Walnuss, 1 Marone (Esskastanie), 1 Minikiwi, sowie verschiedenes Wildobst zu sehen. Die Sortenschau wurde ergänzt durch einige kranke Früchte (Läuseapfel, Mehltauapfel, Apfelwickler, Schwarzfäule, Monilia) mit einer Beschreibung der Merkmale der Erkrankung.

Zur Eröffnung wies Kreisvorsitzender Günter Dörfler darauf hin, dass die Gartenbauvereine eine wichtige Funktion bei der Beratung bezüglich der Obstsorten und der Pflege der Obstgehölze ausübten. Sie trügen wesentlich dazu bei, dass in den Gärten Obstgehölze wachsen. Die Ausstellung sei eine Möglichkeit, sich über die verschiedenen Sorten zu informieren und sich für die Sorte zu entscheiden, die für den eigenen Garten angestrebt wird.

Vereinsvorsitzende Annelies Hübner wies anhand der Ausstellung nach, dass der Klimawandel auch im heimischen Garten angekommen ist. So sei es möglich im klimatisch raueren Streit mit gutem Erfolg Pfirsiche anzubauen und auch die Zahl der Gärten, in den Tafeltrauben wachsen, steige stetig. Sie wies auch darauf hin, dass der Verein mit der Ausstellung nicht nur die Sortenentscheidung erleichtern will, sondern dass er anlässlich der Ausstellung ein Rezeptbuch herausgegeben habe, das die Verarbeitung des im Garten angebauten heimischen Obstes erleichtern soll.

Attraktion des Samstags waren die beiden Pomologen Michael Altmann und Martin Schanderl von der GPO, auch wenn die Möglichkeit sich von ihnen unbekannte Obstsorten bestimmen zu lassen, in der Pressevorankündigung der Ausstellung fehlte. Relativ schnell hatten sich Personen eingefunden, die die Sorte ihres Baumes wissen wollten und die Pomologen konnten in den meisten Fällen anhand der vielen Unterscheidungsmerkmale wie Stiel- oder Kelchgrube, Gefäßbündel oder Kernform die Sorten feststellen. Der eine oder andere Besucher musste auch erkennen, dass in seinem Garten nicht die Sorte wächst, die er vor Jahren erworben hatte.

Auch für die Verkostung von neueren Sorten, die zur Zeit resistent gegen Krankheiten sind, war die Möglichkeit gegeben. Resi, Rubinola aber auch die ältere Sorte Alkmene und weitere wurden probiert und nach Geschmack für gut befunden. Wissenschaftler haben allerdings heraus gefunden, dass viele ältere Sorten weniger allergieauslösend sind als einige Neuzüchtungen – auch wenn dies zum Glück nur einen kleinen Personenkreis betrifft. Selbstverständlich war für die Mitglieder des Vereins die Möglichkeit gegeben, Gehölze von Sorten aus der gesamten Ausstellung zu bestellen, wovon auch rege Gebrauch gemacht wurde.  

Am Sonntag war dann nochmals Gelegenheit, die ausgestellten Früchte zu besichtigen. Dabei konnte sich der Besucher anhand der umfangreichen Informationen auf den Aufstellern nicht nur über den Namen der Sorte informieren, sondern er erfuhr auch etwas über die Pflück- und Genussreife, die durchaus nicht identisch sein muss, sowie über die Eigenschaften des Baumes und über die Verwertungsmöglichkeiten. Neben verbreiteten Sorten war auch eine Apfelsorte zu sehen, von der nur noch zwei Bäume in Bayern bekannt sind. Natürlich wurden den Besuchern von fachkundigen Personen des Vereins auch Fragen beantwortet.

Für die aus dem gesamten Landkreis und Nachbarortschaften stammenden Besucher war selbstverständlich Gelegenheit sich zu stärken. Am Samstag waren Apfelsaft, Federweißer und Zwiebelkuchen angeboten worden, am Sonntag waren Kaffee und Kuchen sowie kalten Getränke zu haben. Nach dem Ende der Ausstellung wurden die Früchte noch am Sonntag Abend verpackt. Sei werden noch zwei Wochen im Landratsamt Bayreuth zu betrachten sein, für diejenigen, die am Wochenende keine Zeit für den Besuch der Ausstellung hatten. 

Für die Unterstützung durch Lieferung von Obst bedanken wir uns bei: Kreisfachberatung Bayreuth, OGV Adlitz,   OGV Allersdorf, OGV Bindlach, OGV Goldkronach, OGV Heinersreuth, OGV Laineck, OGV Streitau, verschiedenen Privatpersonen aus den Kreisen Bayreuth und Kulmbach und nicht zuletzt bei unseren Mitgliedern.